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Freitag, 30. Juni 2017

♥#Ehefüralle: Eine Verstrickung von Widersprüchen♥

Es ist die Schlagzeile des heutigen Tages: #ehefüralle!


[Quelle: pixabay.de]

Heute Morgen, während die meisten von uns wohl auf Arbeit oder in der Schule waren, hat der Bundestag darüber abgestimmt, ob die Ehe für alle eingeführt werden soll. Eine Frage, die wie aus dem Nichts plötzlich zur Debatte stand, obwohl gefühlt jeden Tag ein terroristischer Anschlag in Europa verübt wird. Nach einer neunzigminütigen Diskussion war es dann schließlich soweit: Mit einer Mehrheit von 393 Stimmen haben die Abgeordneten für eine längst überfällige Erlaubnis einer gleichgeschlechtlichen Ehe gestimmt. So können Homosexuelle jetzt heiraten und gemeinsam Kinder adoptieren, genau dieselben Rechte in Anspruch nehmen können wie heterosexuelle Paare es schon seit Anbeginn der Zeit dürfen. Ein Sieg für die SPD, die Grünen, die Linken, die ganze LGBTQ-Bewegung, manch einer verbucht es sogar als einen historischen Tag Deutschlands.
Als derselbe Beschluss vor einigen Jahren in Irland stattfand, habe ich in den Jubel miteingestimmt. Als die USA sich ebenso dazu bekannten, dass Homosexuelle dasselbe Recht auf Liebe haben wie alle anderen auch, war ich wie alle anderen euphorisch und freute mich für all die Leute, die bei dieser Verkündung auf die Straße liefen und feierten. Ausnahmsweise waren die Hashtag-Flut und die regenbogenfarbenen Farbfilter ein Nebeneffekt, der nicht so nervig war wie bei sonstigen Angelegenheiten, die viel Gesprächsstoff auslösen.
Doch nun wo Deutschland mitzieht, bekommt das Ganze einen bitteren Nachgeschmack. 

Sonntag, 25. Juni 2017

,,Die tun mir so Leid'': Mein Freiwilliges Soziales Jahr mit Behinderten

Der 15. August 2016 war ein ganz besonderer Tag für mich.


Denn an diesem Tag habe ich nach den letzten Sommerferien meines Lebens angefangen zu arbeiten. Nicht auf 450-Euro-Niveau, nicht an der Kasse vom REWE die Straße runter, nicht mit um die Ohren gehauenen Nachtschichten. Im Gegenteil, pünktlich um 6. 40 Uhr hieß es, aus dem Bett aufzustehen und sich auf den Weg zu seiner FSJ-Stelle zu machen.
Das sogenannte Freiwillige Soziale Jahr wird immer beliebter bei Jugendlichen, die gerade mit der Schule fertig sind und nicht so recht wissen, wie es danach weitergehen soll. Das ist zumindest bei den meisten der Hauptgrund; andere sind, dass man die Bewerbungsfristen für Studium & Berufsausbildung verpasst hat, oder aber, dass man schauen wollte, ob der soziale Bereich was für einen ist.
Das zumindest war es, was mich dazu bewogen hat, meine Bewerbungsunterlagen loszuschicken. Ein paar Erfahrungen sammeln, schauen, ob man sich psychisch zur Genüge von seiner Arbeit distanzieren kann trotz so viel Kontakt zu Menschen, mal Geld verdienen statt sofort weiterzupauken. Es sollte eine Bewährungsprobe für mich sein - wenn ich es schaffen würde, mit Menschen zu arbeiten, ohne die Arbeit mit nach Hause zu nehmen, dann wird der soziale Bereich das Richtige für meine Zukunft sein.
Und dazu habe ich mir das ausgesucht, was sich nur wenige Menschen als Beruf vorstellen können: eine Einrichtung für Behinderte. Genauer gesagt, eine Schule für geistig und körperlich Behinderte.
Wie ist diese Herausforderung für mich geendet? Wo bin ich gelandet? Wie hat mich das Jahr beeinflusst? Kann ich ein FSJ in dem Bereich oder im Allgemeinen empfehlen?
Davon erzählt dieser Erfahrungsbericht.



[Quelle: pixabay.de]