Donnerstag, 17. Mai 2012

:)Rezension:): Der Hauptmann Von Köpenick

Grundwissen:


Titel♥: Der Hauptmann Von Köpenick - Ein deutsches Märchen
Autor♥: Carl Zuckmayer
Erschienen♥: Dezember 1931 im Fischer Verlag
Seitenanzahl♥: 144 Seiten
Preis♥: 6, 95 € (als Taschenbuch)


(Das Buch ist ein Drama -> ein Drehbuch sozusagen)

Inhalt:


Frisch aus dem Zuchthaus kommt entlassene Sträfling Wilhem Voigt in seine Heimatstadt Berlin zurück. Nachdem er jahrelang außerhalb seiner Heimat verbracht hat,  freut er sich darauf, sich endlich wieder bei seiner Familie melden zu können. Doch leider gibt es ein kleines Problem - solange Voigt keine Arbeit besitzt, kann er auch nicht in Berlin wohnen, und solange er keine Aufenthaltserlaubnis besitzt, so kann er auch nicht arbeiten. 
Nach zahlreichen Ansätzen, sich auf die eine oder andere Weise einen der Pässe zu besorgen, stößt Wilhelm schließlich auf eine alte Offiziersuniform - und damit auf die rettende Idee.

*Quelle: amazon.de

Meine Meinung ...



zum Cover:


Ich habe es nicht für nötig gehalten, die anderen Auflagen des Buches hier zu posten, da sie sich ziemlich ähnlich sehen; sogar die Männer darauf sehen aus wie Geschwister. Jedes Cover für sich ist sehr schlicht und nichts Besonderes - also passt es hervorragend zur Geschichte ;) Der Mann/ die Männer auf dem Cover sehen allerdings immer sehr nach Voigt aus, was mir das Cover wenigstens etwas verschönert.
Den Titel hätte man durchaus spannender machen können, allerdings war die Zeit, als das Buch veröffentlicht wurde, eher von Ernsthaftigkeiten geprägt als von Humor ... und das merkt man auch in dem Drama, aber dazu komme ich ja im Absatz unter diesem hier ...









zum Buch:




Alles klar. Ich war als Jugendliche des 21. Jahrhunderts noch nie allzu begeistert von solch alten Schmökern gewesen. Das liegt daran, dass ich die meisten Bücher, die aus den 90ern oder dem 20.Jahrhundert stammen, meistens für mich nicht spannend oder auch nur annährend besonders sind. Alleine schon von Ich Bin Eine Wolke war ich nicht total begeistert.
Den Hauptmann von Köpenick hätte ich mir garantiert auch nie im Leben freiwillig besorgt - allerdings hat unser Deutschlehrer die verrückte Idee gehabt, dieses Buch im Unterricht durchzunehmen anstatt Romeo Und Julia Auf Dem Dorfe, und da ich allerdings immer dachte, dieser Lehrer hätte einen guten Buchgeschmack, habe ich das Buch sogar schon in den Ferien angefangen durchzublättern und ... Herr Normann, falls sie es je lernen sollten, einen Computer zu bedienen und diese Rezension finden - ich werde Sie verklagen! Denn nein, das Buch ist für mich keine gute Literatur und ich weiß auch nicht, was ich aus diesem Hitler-Buch lernen soll! -.- >-<
Was mich am meisten an diesem Drama gestört hat, war die Rechtschreibung. Und damit meine ich nicht, dass sie in alter Sprache verfasst wurde, nein, ich meine damit, dass Berlinerisch oder Preußisch oder sonst ein Akzent keinesfalls leicht zu entziffern, oder gar laut vor zu lesen ist! Ein Beispiel?
,,Herr Hauptmann - mit det Jefühl, det is so ne Sache. Wenn ick mal in en Paar neie Buxen steige - selbst zujeschnitten, akkurat jenau uff jeden Hosenknopp - da hab ick ooch immer son komisches Jefiehl. Un denn komm ick hinter: det is gar keen Jefühl - det is nur de Neuheit.''
Der Hauptmann Von Köpenick, 1. Akt, 1. Szene, S. 8 

Ihr seht, die Sprache ist eine einzige Katastrophe, noch schlimmer als bei House Of Night! Ich möchte nichts gegen Menschen sagen, die diesen oder einen anderen Akzent besitzen, aber das Zeug zu lesen, ist eine einzige, furchtbare, langatmige Qual! Außerdem mussten wir immer wieder Abschnitte laut vorlesen, als wir Unterricht hatten, und das einzige, was mir dabei durch den Kopf gegangen ist, war folgendes: Und da beschweren sich die Leute darüber, dass Kids heute so gut schreiben wie ein Hamster.
Es ist eine totale Verblödung, solche Akzente zu lesen; es ist einfach nur furchtbar und schmerzt in den Augen!
Das zweite, was an diesem Buch total blöd ist, ist die Langatmigkeit. Ich weiß, ich weiß: Das Buch ist ein Drama, also ursprünglich etwas, das auf der Bühne aufgeführt werden soll, aber erstens, kann ich gerade mal die Hälfte von dem verstehen, was die da faseln, und zweitens, WAS die da faseln ist einfach nur unnötig; Smalltalk hoch siebzig herrscht in dem Hauptmann Von Köpenick. Es ist mir nämlich so was von egal, was der Hauptmann von Schlettow für ein Problem mit seinen Gesäß-Knöpfen oder das die Penner in der Jugendherberge Karten spielen, ich will nur wissen, wann zur Hölle dieses Buch anfängt, interessanter zu werden als wachsendes Gras! Ab und zu solche Szenen einzubauen, ist ja schön und gut, aber nicht zu 9/10 des Buches!
Was mich zum Interessanten oder Spannendem führt ... solche Szenen gibt es hier nicht. Nein, hier wird nur gequatscht, gesoffen und hin und wieder auch Die Bremer Stadtmusikanten vorgelesen. Keine Schießerei, keine Prügelei, keine gefährlichen Situationen - und falls mal wenigstens die Chance dazu entstehen sollte, so etwas in das Buch einzuspinnen, dann wird diese keinesfalls genutzt! Nein, es ist alles Friede, Freude, Eierkuchen - wie es bei Hitler natürlich auch gewesen ist. Ha. Ha. -.-
Apropos, Haha: Wusstet ihr eigentlich, dass dieses Buch für eine Komödie sehr unlustig ist? Ich musste höchstens an zwei Stellen lachen, bei denen  es auch offensichtlich war, dass sie lustig sind, die anderen lustigen Stellen hat nur unser 65-Jahre-alter Deutschlehrer erkannt und musste sie uns erklären. Mal ehrlich - man sollte doch eigentlich Witze erkennen können, falls sie vorhanden sind, nicht wahr?!
Kommen wir zu den Charakteren. Ich finde Hoprecht und alle anderen Menschen in diesem Buch nicht wirklich schlecht, aber einfach nur stereotypisch und so gezwungen Wir-Sorgen-Für-Recht-Und-Ordnung-drauf. Voigt, der Hauptcharakter, und das kranke Mädchen - dessen Namen nicht mal erwähnt wurde, obwohl sie die Interessanteste gewesen ist -.- - waren an einigen Stellen wirklich authentisch. Auch hat es mir gefallen, dass Voigt als einziger Mensch wirklich sieht, dass mit dieser Gesellschaft, die das Militär und dessen Disziplin an erste Stelle stellt, etwas nicht in Ordnung ist. Gut, Hoprecht sieht es auch, aber er hat so eine abartige Das-Muss-Stimmen-Das-Muss-Stimmen-Einstellung, die einen ein wenig an das Denken von Sekten erinnert. Somit waren mir alle Charaktere außer Voigt und dem kranken Mädchen nicht sympathisch, ganz und gar nicht.
Auch finde ich Voigts Plan gleichermaßen blöd, aber auch ziemlich schlau. Schlau, weil er damit den Menschen vorführt, wie hirnlos sie sich aufführen, blöd, weil er dies eigentlich nur tut, um an seinen Pass zu kommen und er sowieso im Gefängnis landen würde, wenn dieser Schwank rauskommt. 
Und dieses Ende ... an dieser Stelle hätte ich das Buch gerne in Stücke gerissen. Ich habe die letzte Seite gelesen und dachte mir nur: Aha. Also ist diese Gesellschaft jetzt doch gut, oder wie? Denn alles endet im vollkommenem Frieden, und diese Reaktion vom Kaiser ist einfach nur so furchtbar leichtsinnig, dass ich dem Autor gerne ins Gesicht getreten hätte.
Okay. Das alles hat sich jetzt sehr schlimm angehört, allerdings hat das Buch auch an genau zwei Stellen seine guten Seiten.
Erstens: Das Buch war als eine Warnung vor Hitlers Aufstieg gedacht. Wie ihr sehen könnt, ist das Buch genau zu der Zeit, als Hitler das Ruder Deutschlands in die Hände bekam, erschienen, und zeigt auch, was aus Deutschland werden würde, wenn man ihn alles machen ließe, was er wollte: Es würde wieder eine Monarchie entstehen, eine die gegen alle Menschenrechte von Juden ist, zum Beispiel. In diesem Buch gibt es genügend Beispiele dafür, dass Hitlers Gesetze nur falsch sein können. Leider, leider hatte die Warnung auch keinen Erfolg, da alle Werke von Erich Kästner, Carl Zuckmayer - einfach aller Autoren, die gegen Hitler revolutioniert haben - verbrannt. 
Zweitens: Wie ihr oben lesen könnt, gehört das Buch zum Genre Tragikomödie - es hat also seine lustigen, aber auch traurigen Seiten und das kann ich tatsächlich unterstützen, denn an einer Stelle musste ich einfach nur Mitleid mit dem Mädchen haben, an zwei Stellen war der Humor allerdings sehr greifbar. 
Das ist aber leider auch alles Positive an diesem Buch.

Vielleicht war die damalige Menschheit etwas weniger humorvoll als wir, denn ich konnte keine guten Stellen in diesem Buch finden. Es ist langatmig, langweilig und viel zu Save And Sound für eine Warnung an die Menschheit vor Hitler. Kein Wunder, dass es nicht funktioniert hat -.- Auch ist der Akzent furchtbar störend.

Ich gebe dem Buch:


Herzchen


Extra:


Dieses Buch wurde tatsächlich schon dreimal verfilmt. Ich habe mir eine Version angesehen und würde ihr sogar ein Herzchen mehr geben als dem Buch, was allerdings auch daran liegen kann, dass man den Humor nicht suchen muss. Außerdem war Heinz Rühmann perfekt für Voigt, und das Mädchen war einfach nur zu niedlich und die glaubhafteste der gesamten Crew.

Der Trailer zum Film:



Der Autor dieses Buches selbst war auch Jude, womit klar war, warum seine Werke verbrannt werden mussten.



CU
Sana

6 Kommentare:

  1. Das Buch ist etwas für meinen Vater.Aber egal.
    Ich würde das Buch nie im Leben lesen,wenn es so geschrieben wurde.Ich meine das wäre für mich die reinste Qual.Ne das ist nichts für mich.
    -M

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    1. Für deinen Vater?Oh mein Gott ... Nein, es IST wirklich eine Qual, das zu lesen. -.- Ich werde wahrscheinlich Schmerzensgeld von meinem Deutschlehrer verlangen.
      -S.

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  2. Oohhhh Gooott, da kommen qualvolle Erinnerungen auf. Keine Sorge, deine Rezi war super ;) Aber das Buch ist schrecklich. Wir lesen das Buch auch gerade im Deutschunterricht. Na ja, das bedeutet: Wir sollten das Buch über die Ferien durchlesen. Zu meiner Verteidigung muss ich sagen: Ich habs versucht. Aber nach den ersten 10 Seiten konnte ich nicht mehr. Der Schreibstil ist absolut grauenhaft und ich hasse es nur direkte Rede lesen zu müssen. Außerdem ist das Buch irgendwie inhaltslos, unnötig und unlogisch. Ich meine dass die so lange gebraucht haben um herauszukriegen dass der gar kein richtiger Hauptmann war ist doch schon verdächtig oder?
    Ich habe das Buch also gelesen, aber mir wäre nicht im Traum eingefallen es zu rezensieren. Also Respekt dass du das geschafft hast!

    XX Jane

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    1. Ja, ich hab das Buch auch richtig gehasst :D Hätte der Autor nicht einfach schreiben können WILHELM (BERLINERISCHER AKZENT) und dann der Text? So wäre es viel einfacher gewesen zu kapieren, was der Autor meint :D Ja, es ist schon echt verdächtig, dass die das so spät gemerkt haben xD Ich dachte mir nur WTF, als ich das gelesen hab.
      Danke für deinen Kommentar, hat mich echt gefreut, Jane! :)

      LG
      Sana

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  3. Stimme dir voll und ganz zu, an manchen Stellen hätte ich dem Autor wirklich gerne ins Gesicht getreten :D
    Naja, jetzt sind wir im Unterricht durch damit und ich kanns endlich verbrenen..

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    1. Whooo, ich gratuliere XD Viel Spaß beim Verbrennen :3

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