Donnerstag, 9. August 2018

:)Rezension:): Young Elites #3

Grundwissen:



Titel♥: Young Elites - Die Herrschaft der Weißen Wölfin (original: The Midnight Star)
Autor/-in♥: Marie Lu
Erschienen♥: Januar 2018 im Loewe-Verlag; original 2016
Seitenanzahl♥: 342 Seiten
Preis♥: 18, 95 € (Hardcover); 14, 99 € (Kindle Edition)
Genre♥: High Fantasy; Young Adult



Quelle: © Penguin Verlag
Quelle: © Loewe Verlag























Inhalt:


''You cannot harden your heart to the future just because of your past. You cannot use cruelty against yourself to justify cruelty to others.'' - Violetta (p. 234)



Ein Jahr ist vergangen, seit Adelina ihre Herrschaft als Königin Kenettras angetreten hat. Mit eiserner Hand bestraft sie alle, die es wagen sich gegen sie zu richten, und kolonialisiert die um sie liegenden Länder in beängstigender Geschwindigkeit. Heimlich hofft sie darauf, in irgendeinem davon ihre fortgelaufene Schwester zu finden. Doch schon bald erfährt sie, dass Violetta in tödlicher Gefahr schwebt, und sie sich mit der Gemeinschaft der Dolche zusammentun muss, um nicht nur sie, sondern auch die restliche Welt zu retten.




Meine Meinung ...




zum Buch:




Der Abschluss einer Trilogie, die vielversprechend, wenn nicht sogar grandios beginnt, mit einem soliden Mittelteil fortgeführt wird und mit einem Band endet, der in eine vollkommen andere Richtung geht als man es von der brutalen Reihe um den Kampf um den Thron erwartet hätte. Und vielleicht ist es genau das, warum Die Herrschaft der weißen Wölfin so schwer zu bewerten ist. Denn ja, es ist unerwartet und sehr unkonventionell - aber ist es damit auch gleichzeitig gut? 
Wenn man mit den Erwartungen rangeht, es würde auf dieselbe Weise spannungsreich sein wie in den anderen Büchern, wird man vermutlich nicht der Meinung sein, auch wenn die erste Hälfte des Buches ziemlich interessant ist. Marie Lu fokussiert sich auf Adelinas Schreckensherrschaft und zeigt sogar einen Teil der gewaltvollen Eroberungen. Dabei kommen auch endlich die anderen Länder ins Spiel, die auf der Karte zu Beginn des Buches abgebildet werden. Sonderlich ausführlich beschrieben werden sie jedoch nicht, ebenso wie die Situation, in der sich die Bevölkerung befindet, obwohl die Besatzung des eigenen Landes wirklich qualvoll sein muss. Es ist zwar ein moralisch höchst interessanter Ansatz, dass Adelina den Spieß der Diskriminierung umdreht, allerdings hätten mehr Informationen alleine zu den Landschaften und Kulturen der Welt mehr Plastizität verliehen. Dennoch ist es faszinierend zu beobachten, wie Adelina sich in ihrem Streben nach Macht selbst verliert und gegenüber jedem ihrer Verbündeten, selbst Magiano, paranoid wird. Einige ihrer Handlungen sind unnötig plakativ grausam und ihre Stimmen im Kopf noch immer eher mit dem Holzhammer als wirklich glaubwürdig, ihre allgemeine Weiterentwicklung aber gut zu beobachten. Wie tief verletzt sie ist und versucht ihre Unsicherheit mit Grausamkeit zu überspielen, ist recht emotional beschrieben und auch ihre Verbindung zu ihrer Schwester gewinnt immer mehr an Bedeutung für die Entwicklung, die sie in diesem Buch nimmt.
Allgemein ist die Geschwisterbeziehung der beiden das Überzeugendste und Berührendste an dem Buch. Schon immer ist sie ein Katalysator für die Taten der beiden, sei es gegenüber ihrem Vater, Adelinas Betrug gegenüber den Dolchen, weil Teren sie gefangen hielt, oder dass sie nur einander haben, als sie auf der Suche nach Verbündeten sind. Sie lieben und verachten sich, und in diesem Band wird es endlich ein wenig mehr thematisiert, meistens sogar mit unausgesprochenen Worten. Die Autorin beweist somit viel Sensibilität bei diesem Thema und zeigt, dass sie doch das Potential aus ihren Figuren holen kann, wenn sie sich die Zeit nimmt, sich auf sie zu konzentrieren. Denn auch Adelinas Bindung zu Magiano und die Dolche spielen wieder eine etwas größere Rolle, sodass sie Zeit hat, an der Dynamik zu arbeiten. Leider ist es mit nur 340 Seiten in der deutschen Ausgabe einfach nicht genug, obwohl sie lange miteinander reisen und man viel Raum gehabt hätte, sie häufiger miteinander agieren zu lassen und Interaktionen auszubauen. Dabei kommt es der Autorin jedoch in die Quere, dass sie sich immer nur auf das Nötigste beschränkt, so auch im zwischenmenschlichen Bereich. Es ist nicht zu wenig, aber auch nicht so viel, wie man angesichts der Situation erwartet hätte.
Diese Situation wird schon am Ende des zweiten Bandes angeteasert und wird über die erste Hälfte des Buches sehr mystisch, fast schon unheimlich aufgebaut. Atmosphärisch und düster beschreibt die Autorin die Veränderungen, die sowohl die Welt um die Figuren herum als auch sie selbst betreffen, und packt damit die Neugier des Lesers. Wie die Figuren herausfinden, was sie tun können, um noch mehr Unheil zu verhindern, macht einen sehr neugierig und lässt einen die Geschichte gespannt verfolgen. Wenn schon der Anfang so spannend ist, ein Weltuntergang kurz bevorsteht, Adelina abwägen muss, ob sie ihr Leben riskieren möchte, umgeben von denen, die sie betrogen und verlassen haben, und denen sie in den Rücken gefallen ist - da kann die zweite Hälfte doch nur genauso packend sein, oder?
Leider nicht, und nach längerem Überlegen liegt es wohl genau daran, weshalb das Buch einen eher enttäuscht zurücklässt. Dazu trägt nicht nur die erwähnte Kürze der Autorin bei, sondern auch die eher lasche Reise zu einem Ort, der die Lösung bereithalten könnte. Die Autorin geht fast schon in eine spirituelle Ebene ihrer Welt über, um diese zu finden, was einerseits zwar einige Fragen zur Entstehung des Blutfiebers beantwortet, einem andererseits im Gegensatz zu den anderen zwei Büchern nicht das gigantische Finale bietet, mit dem die Autorin einen zuvor verwöhnt hat. Es ist zwar die einzig mögliche Konsequenz, allerdings merkwürdig zu einem bittersüßen Ende verbogen, als hätte sie sich nicht getraut, die vielversprechenden Ansätze zu Ende zu führen. Zusätzlich mit den kaum vorhandenen Informationen über die Welt danach, obwohl sie zuvor in Gefahr schwebte, lässt es einen verwirrt und eher unzufrieden zurück, insbesondere da man Anderes von der Autorin gewohnt ist.



Leider macht Die Herrschaft der Weißen Wölfin diese recht mutige Reihe ein wenig kaputt. Die erste Hälfte verspricht sehr Vieles, von Adelinas zur Schau gestellter Grausamkeit, ihrer Paranoia, bis hin zum bevorstehenden Untergang aller Malfettos und vielleicht sogar der ganzen Welt. Kein Wunder also, dass man sich von der Autorin mit den mitunter spannendsten Enden überhaupt, ein Massacker oder zumindest einen spannenden Endkampf erwartet, in dem all das, was auf dem Spiel steht, gegeneinander abgewogen wird und egoistische oder selbstlose Entscheidungen getroffen werden. Ansätze dazu sind durchaus da, und vielleicht hat die Autorin sich selbst nicht genug Zeit gegeben, um diese auszuarbeiten, aber mit dem Umschlag in eine komplett andere Richtung hat Marie Lu sich selbst sehr ausgebremst. Ein definitiv spezielles Ende, das sicherlich auch mutig ist, aber insbesondere durch die Kürze eher unbefriedigend. Dennoch ist die Reihe eine Empfehlung für alle, die sich gerne mit Düsternis, der Abtrünnigkeit der Menschen, verbunden mit Kämpfen und Intrigen, auseinandersetzen. Aber seid gewarnt und geht mit der Erwartung an diesen letzten Band heran, dass er sehr anders ist als seine Vorgänger.




Ich gebe dem Buch:


♥ Herzchen


Extra:



Wer Interesse an den vorherigen beiden Bänden hat, der kann sich hier meine Rezension zu Band 1 und hier diejenige zu Band 2 ansehen :)

Zudem hat die Autorin noch die Legend-Trilogie geschrieben, eine Jugend-Dystopie-Reihe, die vor einigen Jahren ebenfalls relativ gehyped wurde. Hier könnt ihr einen Blick darauf werfen. 
Ursprünglich stand sie eigentlich auf meiner Wunschliste, aber da mich Young Elites nicht so begeistert hat wie erwartet, überlege ich mir das noch. 
Könnt ihr mir die Reihe empfehlen, falls ihr sie gelesen habt? :)

CU
Sana

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